Legionellen im Trinkwasser - Eine Gesundheitsgefährdung

Legionellen sind Bakterien, die in der Natur überall, insbesondere in Wasser, in geringer Anzahl vorkommen. In dieser geringen Konzentration verursachen sie keine gesundheitlichen Probleme. Treten sie allerdings gehäuft auf, dann kann eine Infektion mit diesen Bakterien zu einer schweren Lungenentzündung, "Legionellose" oder auch "Legionärskrankheit" genannt, führen. Eine harmlose Form einer Infektion ist das Grippe-ähnliche "Pontiac-Fieber".

Die Infektionsgefahr ist vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen wie auch für Raucher, chronisch Lungenkranke und Diabetiker erhöht. Wird die Infektion frühzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt, sind die Heilungschancen gut. Unbehandelt beträgt die Sterblichkeit bis zu 20%.

Die Legionellose trat zum ersten Mal ins Bewusstsein, als bei einem Treffen der "US American Legion" 1976 in Philadelphia von über 4000 Teilnehmern etwas 220 erkrankten. Von diesen verstarben 30. Es dauerte lange, diese Bakterien als Erreger der Erkrankung zu erkennen. Sie wuchsen im Befeuchterwasser der Klimaanlage und wurden in Wassertröpfchen mit dem Luftstrom verteilt. Dieser Vorfall gab der Erkrankung ihren Namen.

Wachstum von Legionellen in Leitungssystemen

Bei der Wasseraufbereitung gelangen Legionellen mit dem Trinkwasser in die Versorgungsleitungen, die in den Häusern liegen. In den geringen Konzentrationen, in denen sie üblicherweise vorkommen, besteht keine Gesundheitsgefährdung. Wenn die Wachstumsbedingungen optimal sind, kann es jedoch in den Leitungen oder anderen Wasser-führenden Systemen zu einer Vermehrung kommen. Zu diesen Systemen zählen u.a. Klimaanlagen, Befeuchtersysteme, Sprinkleranlagen, Whirlpools und Schwimmbecken.

Diese für Legionellen optimalen Bedingungen liegen vor, wenn die Wassertemperatur zwischen 23 - 45 (50)°C liegt. Darüber erfolgt praktisch keine Vermehrung, aber die Bakterien sterben auch nicht ab. Dieses geschieht erst ab 60°C. 

Sind Wasserleitungen z.B. schlecht isoliert, kann sich Kaltwasser auf über 20°C erwärmen bzw. Warmwasser auf unter 45°C abkühlen. Bei Stichleitungen, die in Wasserhähnen oder Duschen münden, tritt dieser Effekt häufiger auf. Insbesondere bei geringer Wasserentnahme aus diesen Leitungen kann es dann in dem stagnierenden Wasser zu einer Vermehrung der Legionellen kommen.

Wie erfolgt eine Infektion ?

Die Infektion erfolgt durch das Einatmen von feinstverteilten Tröpfchen (Aerosolen) von Wasser, in denen sich die Bakterien befinden. Diese Tröpfchen gelangen mit dem Luftstrom des Atems in die feinen Lungenbläschen, wo die Bakterien bestimmte Zellen infizieren und die Erkrankung auslösen. Das kann beim normalen Duschen erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als unwahrscheinlich. Das Trinken solchen Wassers scheint dagegen nicht zu einer Infektion zu führen.

Vorbeugung

Es gibt keinen Impfschutz gegen Legionellen. Eine individuelle Vorbeugung ist schwierig, da eventuelle Infektionsquellen kaum bewusst gemieden werden können. Von daher ist es angebracht, in den Bereichen, in denen sich anfällige Menschen aufhalten (z.B. Altenheime, bestimmte Stationen in Krankenhäusern), regelmäßige Kontrollen des Wassers durchzuführen. Beim Auftreten von Legionellen in gesundheitsgefährdenden Konzentrationen sind dann geeignete Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen. Auf jeden Fall sollte ein hoher technischer Standard bei Wassersystemen eingehalten werden.

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[Stand: Nov. 2011]