Die Überprüfung von Warmwasserversorgungsanlagen auf Legionellen

Die sogenannte systemische Überprüfung von Warmwasserversorgungsanlagen wurde mit der Überarbeitung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) im November 2011 in diese aufgenommen und in einer erneuten Überarbeitung im Dezember 2012 weiter konkretisiert. Offene Punkte und Vorgehensweisen, auf welche die nun aktuelle TrinkwV 2001 (Stand Dez. 2012) nicht eingeht, sind in zwei sogenannten Empfehlungen des Umweltbundesamtes geregelt.

Nachfolgend haben wir einige Informationen aus diesen Dokumenten zusammengefasst.

Welche Anlagen müssen überprüft werden? 

Die Untersuchungspflicht besteht für „Großanlagen zur Trinkwassererwärmung“, sofern sie Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben, und die Duschen oder andere Einrichtungen enthalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt.

Betroffen sind Anlagen mit

a) einem Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralem Durchfluss-Trinkwassererwärmer jeweils mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern

  oder

b) einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle. Nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung.

Entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht zu Großanlagen zur Trinkwassererwärmung.

Welche Überprüfungsfristen bestehen?

Die erste Untersuchung der untersuchungspflichtigen Warmwasserversorgungsanlagen, aus denen Wasser im Rahmen einer gewerblichen aber nicht öffentlichen Tätigkeit (z.B. Vermietung von Wohnräumen) abgegeben wird, muss bis zum 31. Dezember 2013 abgeschlossen sein. Eine Überprüfung hat dann alle 3 Jahre zu erfolgen. 

Wie viele Stellen einer Warmwasserversorgungsanlage müssen untersucht werden?

An welchen Stellen werden die Proben entnommen? 

Jeder Speicher muss 1. an der Einspeisung in die Hausinstallation und 2. am Rücklauf /Zirkulation beprobt werden. Dazu müssen für die Beprobung entsprechende Entnahmeventile in diesen Leitungen vorliegen, ggf. sind sie nachzurüsten. 

Jeder Steigstrang muss an der entferntesten Stelle an einer Entnahmestelle beprobt werden. Eine Fachfirma mit den in der 1. UBA-Empfehlung genannten Zertifikaten darf die Anzahl bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen reduzieren. 

Als Entnahmestellen eignen sich die regulär vorhandenen Wasserhähne von z.B. Waschbecken oder Spülen. Duschköpfe sind für diese Art der Beprobung nicht zugelassen. Der Einbau von Entnahmeventilen zur Durchführung dieser Beprobung ist nicht notwenig. 

Was muss dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden? 

Die Meldepflicht für eine untersuchungspflichtige Anlage an das zuständige Gesundheitsamt, die im Nov. 2011 in die TrinkwV 2001 aufgenommen wurde, entfiel mit der Überarbeitung Stand Dez. 2012. 

Überschreitungen sind meldepflichtig. Werden bei der Überprüfung Legionellen mehr als 100 KBE /100 ml festgestellt, dann liegt eine Überschreitung des sogenannten Technischen Maßnahmenwerts vor. Diese muss dem zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 14 Tagen nach Feststellung gemeldet werden.

Wer darf die Wasserproben entnehmen und untersuchen?

Das Vorgehen bei der Entnahme ist genau in der UBA-Empfehlung beschrieben. Durchgeführt werden darf die Entnahme nur von einem geschulten Mitarbeiter eines Labors, das wiederum die behördliche Zulassung als Trinkwasseruntersuchungsstelle besitzt. Dieses Labor führt dann auch die Untersuchung auf Legionellen durch.

Diese Labore sind befugt, Mitarbeiter von z.B. Installationsfirmen vertraglich für diese Probenahme einzubinden und mit dieser Beprobung zu betrauen. Die Verantwortung für die korrekte Durchführung der Beprobung verbleibt aber weiterhin bei dem Leiter dieses Labors.

Für die LWU-Hygiene GmbH sind Mitarbeiter der folgenden Firmen berechtigt, die Entnahme von Wasserproben zum Nachweis von Legionellen durchzuführen:

1. Heizung-Sanitär Krüger GmbH, Prenzlau
2. WDG Wasser- und Druckprüfgesellschaft mbH, Berlin
3. WHS Wärmetechnik-, Handels-& Service GmbH, Schwedt/Oder
3. B.M.A. GmbH, Altlandsberg

Was ist bei einer Überschreitung des Technischen Maßnahmenwerts zu tun? 

Die Legionellen müssen bekämpft werden. Verantwortlich ist der Betreiber der Anlage. Die Vorgaben dazu finden sich in der 2. UBA-Empfehlung und im DVGW-Arbeitsblatt W551. Die Überschreitung ist zudem dem zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 4 Tagen zu melden. 

Wer beantwortet Ihre Fragen?

Ihr erster Ansprechpartner ist Ihr jeweils zuständiges Gesundheitsamt.

Wo finde ich die genannten Dokumente?

==> Trinkwasserverordnung 2001 (Stand Dez. 2013)

==> 1. & 2. Empfehlung des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2012

1. Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung (Stand: 23. August 2012)

2. Empfehlungen für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung - Maßnahmen bei Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes für Legionellen (Stand: 14. Dezember 2012)

Weiterführende Informationen und Publikationen

Das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg stellt auf seiner Homepage weitere Informationen bereit.

Die Technische Regel des DVGW Arbeitsblatt W 551 (Stand April 2004) beschreibt 

- Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen,

- technischen Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums sowie

- Planung, Errichtung, Betrieb und Sanierung von Trinkwasser-Installationen. 

Informationen zu Legionellen als Krankheitserreger finden Sie hier.

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[Stand: Feb. 2013]